UNBEKANNT (Person)
Datierung
Um 1800
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Zusatzmaß
Bemalte Fläche 30 x 32,3 cm
Rahmenmaß [H. x B. x T.]
37 x 30 x 5 cm
Systematik
Porträt Künstler
Sammlung
Gemälde (ab 1801)
Inventar-Nr.
271-49
Creditline
Salzburg Museum
Kurzbeschreibung
Porträt, männlich; Oval auf Rechteck
Beschreibung
AUSST. MUSIKSTADT SALZBURG
Porträt Joseph Wölfl
Portrait of Joseph Wölfl
Unbekannter Künstler
Um 1800
Öl auf Leinwand
Salzburg Museum, Inv.-Nr. 271-49
Der Komponist und Pianist Joseph Wölfl (1773–1812), Sohn des fürsterzbischöflichen Verwaltungsjuristen und Krankenhausdirektors Johannes Paul Wölfl, war Schüler von Johann Michael Haydn, Leopold und Maria Anna Mozart, die ihn als Seperl in ihrem Tagebuch vermerkte. 1779 widmete er Madame Anne de Sonnenburg, née Mozart drei Klaviersonaten (op. 3). Im Porträt ist Wölfl vor einem Tasteninstrument mit der Titelseite der Zauberflöte von Wolfgang Amadé Mozart dargestellt.
The composer and pianist Joseph Wölfl (1773–1812), son of the prince archbishop’s administrative lawyer and hospital director Johannes Paul Wölfl, was a pupil of Johann Michael Haydn and of Leopold and Maria Anna Mozart, who noted him down in her diary as Seperl (little Joseph). In 1779 he dedicated three piano sonatas (Op. 3) to Madame Anne de Sonnenburg, née Mozart. Wölfl is portrayed here in front of a keyboard instrument with the title page of The Magic Flute by Wolfgang Amadé Mozart.
MEDIA-GUIDE:
„Nannerl“ Mozart war in Salzburg eine gefragte Klavierlehrerin, in ihren Tagebüchern ist immer wieder von Schülerinnen und Schülern die Rede. Auch Joseph Wölfl taucht oft in ihren Aufzeichnungen auf – wie immer in der Korrespondenz der Familie Mozart als „Sep[p]erl“ oder „Verwalter-Sep[p]erl“. Zwischen Juni und Oktober 1783 wird der „Seperl“ in „Nannerls“ Tagebuch über 20mal erwähnt, zum Beispiel:
31. 7. 1783: „seperl gelernt.“
23. 8. 1783: „hernach seperl gelernt.“ / „seperl mit uns musik gemacht.“
Der Unterricht fand teilweise in Wölfls Haus, teilweise im Haus der Familie Mozart statt.
Dabei hat Wölfl mit seiner Lehrerin die Stücke nicht nur durchgenommen, sondern auch geübt. „Nannerls“ Tagebuch ist außerdem zu entnehmen, dass Joseph Wölfl regelmäßig mit ihr Konzerte gespielt hat.
Vermutlich hat Maria Anna Mozart also Joseph Wölfl höchstens bis zum Sommer 1784 unterrichtet, ihr Unterricht dürfte für Wölfl dennoch sehr prägend gewesen sein. Er widmete seiner Lehrerin eine seiner ersten Kompositionen, die 3 Klaviersonaten op. 3. In der Widmung ist zu lesen: „dediées à Madame Anne de Sonnenburg, née Mozart“.
Zweiter Quartal-Bericht 1847 des städt. Museums in Salzburg III, 13
Katalog Ausstellung Piano Pieces
Unbekannter Künstler
Portrait des Pianisten und Komponisten Joseph Wölfl, um 1800
Öl auf Leinwand, 30 x 32,3 cm
Salzburg Museum, Inventarnummer 271-49
Dieses Bild wurde noch von Museumsgründer Maria Vinzenz Süß 1847 persönlich erworben und gehört somit zum ältesten Sammlungsbestand des Salzburg Museum. Süß war es sicher ein Anliegen, eine einstige Berühmtheit, die aus Salzburg stammte, seiner Sammlung einverleiben zu können. Joseph Wölfl, der nur vierzig Jahre alt wurde, war zu diesem Zeitpunkt schon über dreißig Jahre tot. In der Frühzeit des goldenen Zeitalters der Klaviervirtuosen machte er eine bemerkenswerte Karriere, die ihn nach Polen, Deutschland, Holland, Frankreich und zum Schluss nach London führte, wo ihn allerdings sein Glücksstern verließ und er ins Elend stürzte.
Begünstigt „durch seine Riesenhände“, scheint Wölfl über eine enorme Fingerfertigkeit verfügt zu haben, die ihn sogar im Wettstreit mit Beethoven bestehen ließ. Sein flinken Finger verführten ihn dazu, sich auch als Taschenspieler zu betätigen, was ihn bei der Leichtfertigkeit seines Charakters in anrüchige Gesellschaft brachte und seiner Laufbahn schadete.
Pillwein beschreibt Wölfl in seinem Salzburger Künstlerlexikon (1821) als bescheidenen, angenehmen und jovialen Mann – und so sympathisch wirkt er auch auf dem überlieferten Portrait. Er weist sich darauf durch das Titelblatt der „Zauberflöte“, das auf seinem Notenpult liegt, als Jünger Mozarts aus, der ihn in jungen Jahren tatsächlich sehr gefördert hat. Das Bildchen atmet in seiner Pastellhaftigkeit und duftigen Noblesse noch ganz den Geist dieser Zeit.
Wölfl verfasste etliche Werke für Schikaneders Bühne mit Titeln wie „Das schöne Milchmädchen“ oder „Der Mann ohne Kopf“, die seither nie wieder aufgeführt wurden. Um eine Wiederbelebung seiner Klavierkompositionen haben sich allerdings in den letzten Jahren schon mehrere Interpreten recht erfolgreich bemüht. (N.S.)
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Porträt des Komponisten Joseph Wölfl (1773–1812), vor einem Tasteninstrument mit der Titelseite der Zauberflöte von Mozart
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Im Porträt ist Wölfl vor einem Tasteninstrument mit der Titelseite der Zauberflöte von Wolfgang Amadé Mozart dargestellt.<br class="linefeed" /><br class="linefeed" />The composer and pianist Joseph Wölfl (1773–1812), son of the prince archbishop’s administrative lawyer and hospital director Johannes Paul Wölfl, was a pupil of Johann Michael Haydn and of Leopold and Maria Anna Mozart, who noted him down in her diary as Seperl (little Joseph). In 1779 he dedicated three piano sonatas (Op. 3) to Madame Anne de Sonnenburg, née Mozart. Wölfl is portrayed here in front of a keyboard instrument with the title page of The Magic Flute by Wolfgang Amadé Mozart.<br class="linefeed" /><br class="linefeed" />MEDIA-GUIDE: <br class="linefeed" /><br class="linefeed" />„Nannerl“ Mozart war in Salzburg eine gefragte Klavierlehrerin, in ihren Tagebüchern ist immer wieder von Schülerinnen und Schülern die Rede. 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Er widmete seiner Lehrerin eine seiner ersten Kompositionen, die 3 Klaviersonaten op. 3. In der Widmung ist zu lesen: „dediées à Madame Anne de Sonnenburg, née Mozart“.<br class="linefeed" /><br class="linefeed" /><br class="linefeed" />Zweiter Quartal-Bericht 1847 des städt. Museums in Salzburg III, 13<br class="linefeed" /><br class="linefeed" />Katalog Ausstellung Piano Pieces<br class="linefeed" />Unbekannter Künstler<br class="linefeed" />Portrait des Pianisten und Komponisten Joseph Wölfl, um 1800<br class="linefeed" />Öl auf Leinwand, 30 x 32,3 cm<br class="linefeed" />Salzburg Museum, Inventarnummer 271-49<br class="linefeed" /><br class="linefeed" />Dieses Bild wurde noch von Museumsgründer Maria Vinzenz Süß 1847 persönlich erworben und gehört somit zum ältesten Sammlungsbestand des Salzburg Museum. Süß war es sicher ein Anliegen, eine einstige Berühmtheit, die aus Salzburg stammte, seiner Sammlung einverleiben zu können. Joseph Wölfl, der nur vierzig Jahre alt wurde, war zu diesem Zeitpunkt schon über dreißig Jahre tot. In der Frühzeit des goldenen Zeitalters der Klaviervirtuosen machte er eine bemerkenswerte Karriere, die ihn nach Polen, Deutschland, Holland, Frankreich und zum Schluss nach London führte, wo ihn allerdings sein Glücksstern verließ und er ins Elend stürzte. <br class="linefeed" />Begünstigt „durch seine Riesenhände“, scheint Wölfl über eine enorme Fingerfertigkeit verfügt zu haben, die ihn sogar im Wettstreit mit Beethoven bestehen ließ. Sein flinken Finger verführten ihn dazu, sich auch als Taschenspieler zu betätigen, was ihn bei der Leichtfertigkeit seines Charakters in anrüchige Gesellschaft brachte und seiner Laufbahn schadete.<br class="linefeed" />Pillwein beschreibt Wölfl in seinem Salzburger Künstlerlexikon (1821) als bescheidenen, angenehmen und jovialen Mann – und so sympathisch wirkt er auch auf dem überlieferten Portrait. Er weist sich darauf durch das Titelblatt der „Zauberflöte“, das auf seinem Notenpult liegt, als Jünger Mozarts aus, der ihn in jungen Jahren tatsächlich sehr gefördert hat. Das Bildchen atmet in seiner Pastellhaftigkeit und duftigen Noblesse noch ganz den Geist dieser Zeit.<br class="linefeed" />Wölfl verfasste etliche Werke für Schikaneders Bühne mit Titeln wie „Das schöne Milchmädchen“ oder „Der Mann ohne Kopf“, die seither nie wieder aufgeführt wurden. Um eine Wiederbelebung seiner Klavierkompositionen haben sich allerdings in den letzten Jahren schon mehrere Interpreten recht erfolgreich bemüht. (N.S.)
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