Schüsselkachel
Das Objekt sieht aus wie eine ungewöhnliche Schüssel
mit einer viereckigen Öffnung.
Es ist aber der Teil eines alten Kachelofens.
Ein Kachelofen ist ein Ofen, der Wärme abgibt.
Ein Kachelofen ist mit Kacheln bedeckt.
Die Kacheln sind meist Platten aus Keramik.
Die Kacheln schmücken den Ofen.
Die Kacheln helfen aber auch,
die Wärme gut zu speichern.
Wenn der Ofen warm wird,
speichern die Kacheln die Hitze
und geben sie langsam in den Raum ab.
Die Schüsselkachel hier ist eine spezielle Kachel.
Weil sie ausschaut, wie eine Schüssel
nennt man die Kachel "Schüsselkachel".
Die Schüsselkachel ist 13,5 cm hoch
und aus dunkelgrauem Ton gemacht.
Im Ton gibt es kleine, glitzernde Teilchen aus Grafit.
Diese Teilchen verbessern die Wärmeleitung
und machen die Kachel hitzebeständiger.
Die Schüsselkachel wurde auf einer Töpferscheibe geformt.
Der Boden ist rund,
der Rand wurde in eine viereckige Form gedrückt.
Jede Seite ist etwa 18 cm lang.
Die Kacheln wurden mit der offenen Seite nach außen
in den Ofen eingebaut.
Die viereckige Form half den Ofenbauern beim Einsetzen.
Die gewölbte Form der Kachel sorgte dafür,
dass viel Wärme abgestrahlt wurde.
Ein Ofen bestand aus mehreren Reihen solcher Kacheln,
die eng nebeneinandergesetzt wurden.
Im 13. Jahrhundert gab es die ersten Kachelöfen
mit sogenannten Becherkacheln.
Davor hatten die Menschen offene Feuerstellen,
die viel Rauch machten.
Die Kachelöfen waren ein großer Luxus.
Nur reiche Leute konnten sich so etwas leisten.
Erst hat es nur Becherkacheln mit runder Öffnung gegeben.
Später haben sich die Schüsselkacheln
mit viereckiger Öffnung entwickelt.
Diese haben mehr Wärme abgeben können.
In Salzburg sind bis ins 16. Jahrhundert hauptsächlich
Öfen mit Schüsselkacheln gebaut worden.
Ein Beispiel für einen prächtigen Ofen aus dieser Zeit
ist der bunt glasierte Ofen
in der Goldenen Stube auf der Festung Hohensalzburg.
Ab dem I6. Jahrhundert hat man
sogenannte Blattkacheln entwickelt.
Diese Blattkacheln haben flache Oberflächen
mit aufwendigen Mustern gehabt.
Schüsselkacheln sind aber weiterhin
als günstige Variante genutzt worden.
Auch heute findet man Schüsselkacheln,
oft grün glasiert, in rustikalen Wohnräumen.
Im Volkskunde Museum (Monatsschlössl)
steht ein Ofen mit Schüsselkacheln.
Dieser Ofen kam aus dem Haus von Joseph Schaidberger am Dürrnberg.
